Rund um St. Gallus 4

Das vorletzte Ziel des Rundgangs ist die Zisterzienserabtei Mehr¬erau (26). Die Kirchenfundamente der 1097 von Petershauser Bene¬diktinern gegründeten Abteikirche hat man 1962 ausgegraben. Sie muß eine stattliche romanische Säulenbasilika mit geradem Chorab¬schluß nach Hirsauer Muster gewesen sein – der bedeutendste Bau dieser Epoche in Vorarlberg, ebenso wie es die 1740-43 an gleicher Stelle durch Franz Beer errichtete Saalkirche mit geschwungener Fassade für die Zeit des Barock gewesen ist. Diese wird eine Art Vor¬wegnahme der Birnau gewesen sein. Die Bayern haben sie während ihrer Besatzungszeit 1808 abgerissen und die Steine für den Bau des Lindauer Hafens verwendet. Die romanischen Fundamente sind heu¬te als eine Art Unterkirche begehbar. Von den Kunstwerken, die die einstige Grablege der Grafen von Montfort schmückten, findet man Reste in Thalbach, im allgäuischen Simmerberg, aus der einstigen Ba¬rockkirche Figuren und Chorgestühl in St. Gallus. Die Klosterbiblio¬thek wurde verschleudert, der Kirchenschatz fast vernichtet.

See more: Croisière baie d’halong | Aller à Angkor depuis Ho Chi Minh | baie d’halong terrestre | visa vietnam en ligne | circuit vietnam laos 15 jours | croisière vietnam cambodge
Daß eine im >Münchner Rundbogenstib von Eduard von Riedel (1813-85) für die neuen Klostcrherren der Zisterzienser ab 1855 er-baute Kirche fast verschwunden ist, wird man angesichts des etwas dürftigen Turmes nicht bedauern. Sie steckt noch, kaum erkennbar, in den Mauern des Innenraums. Holzgewölbe und Wandgliederung wurden von Hans Purin 1961-64 entfernt bis auf das struktive Grundgerüst. Der offene Dachstuhl wurde in das Raumkonzept ein¬bezogen, dessen Schlichtheit sich gut mit dem Geist der romani¬schen Zisterzienserkirche in der Unterkirche verträgt. Etwas Neues ist entstanden mit den großen Rundfenstern, den schmalen Licht¬schlitzen im Obergaden und den zcllenartig hinter die rechte Mittel¬schiffswand zurückverlegten Seitenkapellen. Zur modernen Ausstat¬tung, die weitgehend von Hans Purin entworfen wurde und ein schwarz-weißes Marmortabcrnakel von Hans Arp (1887-1966) ein¬bezieht, kommen wie Solitäre kostbare alte Tafelbilder: der Flügelal¬tar des Durs von Aegeri von 1582 im Chor mit einem Passionszyklus, eine schwäbische Madonna um 1495 in der Gnadenkapelle unter der Orgel und weitere spätgotische Tafeln in den Seitenkapellen. Be¬sonders kühn ist die neue Westfassade mit der Betonplastik einer Apokalypse, 1963 geschaffen von dem Wotruba-Schüler Herbert Albrecht (geb. 1927).
Die Klostergebäude des 18. Jahrhunderts liegen als dreiflügliges Rechteck südlich der Kirche, nüchtern von außen, im Innern noch mit schönen Stukkaturen Peter Anton Mosbruggers ausgestattet. Süd- und Ostflügel wurden 1894 angefügt. Das angeblich beste Gymnasium von Bregenz, das Collegium S. Bernardi, liegt auf der Gegenseite des Hofes in den 1886 erweiterten ehemaligen Ökono¬miegebäuden. Bei Führungen kann man die Kongregationskapelle ansehen, ein Musterbeispiel eines durch frühchristliche Kunst be¬einflußten Historismus. Wie ein Teppich bedecken die in schweren Farben mit viel Gold von Franz Xaver Kolb (1827-89) ausgeführten Malereien die Wände. Sie zeigen Szenen aus dem Leben des heili¬gen Bernhard von Clairvaux und Darstellungen der Muttergottes als Patronin der Marianischen Kongregation.

You can leave a response, or trackback from your own site.

Leave a Reply