Rheindelta und Rheintal 2

Entlang der Seestraße liegen, von Gärten umgeben, einige schlich¬te niedrige Rheintalhäuser, das schönste aber ist das in der Dr.- Schneider-Straße Nr. 33. Das großenteils aus dem 18. Jahrhundert stammende zweigeschossige Haus ist im Wohnteil in Kopfstrickbau¬weise errichtet. Ein Kruzifix, ornamentale Sägemuster an der Vertä¬felung und Zugläden schmücken seine Fassade.
Wer sich für die seit den späten 60er Jahren zu Ehren gekommene moderne Vorarlberger Architektur interessiert, deren Kennzeichen die >fast zur Weltanschauung< gewordene Verwendung von Holz in Verbindung mit kubischer Form und großen Glasflächen geworden ist, besuche die 1979 als Gemeinschaftsprojekt von Bewohnern und Architektengruppe Cooperative entstandene Siedlung im Fang. Noch immer überzeugend ist die Verbindung eines kompakten Baukörpers mit fünf Wohneinheiten mit einem überdachten Innen¬hof, von dem aus man in die Häuser gelangt.

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Hard läge heute beinahe nicht mehr am Bodensee. Der nach der Regulierung schneller fließende Rhein hatte zunächst die hier parallel fließenden Wasser des Lustenauer Kanals und der Dornbirner Ache so stark zurückgedrängt, daß die Harder Bucht zu verschlammen drohte. Erst das Vorziehen und Erhöhen der Dämme an Rhein und Ach hat Hard nicht nur >gerettet<, sondern ihm zugleich ein großes Binnen¬becken und riesige ufernahe Erholungszonen geschenkt. Grünzonen, die zum See hin noch etwas den Charakter eines Auwaldes bewahren, hat Hard ähnlichen Maßnahmen an der Mündung der Bregenzer Ach im östlichen Uferbereich zu verdanken.
Hard, von der vielbefahrenen Bundesstraße zerschnitten und an dieser von aneinandergereihten Wohn- und Gewerbegebieten zersie- delt, hat sein mittelalterliches >Dorf< einst landeinwärts oberhalb der Straße besessen. Davon ist nichts erhalten. Doch ganz für sich am Rande der Bebauung liegt hier die Mittelzveiherburg. Ein grünes Schild Textilmuseum führt über die Abzweigung Alte Straße dort¬hin. Hinter ihr liegt frei das von Bergen begrenzte Rheintal. Die Mit¬telweiherburg ist die einzige Wasserburg Vorarlbergs, ihr Ringgraben allerdings wurde aufgefüllt. Nur etwa ein Viertel des ehemaligen Adelssitzes ist erhalten: ein schlanker, sich leicht verjüngender Rundturm mit Wendeltreppe und ein schmalrechteckiger dreige¬schossiger Trakt mit Satteldach. Der Haupttrakt und eine Mauer mit Ecktürmen wurden im 19. Jahrhundert abgerissen. Erbaut um 1570 von dem Bregenzer Juristen Hans Christoph Schnabel von Schön¬stein, bald danach im Besitz der Familie Deuring, von der das Wap¬pen über dem Portal stammt, geriet die Mittelweiherburg an wech¬selnde Besitzer, bevor der Elsässer Fabrikant Samuel Vogel hier 1794 Vorarlbergs erste Kottonfabrik mit Druckerei und Färberei begrün¬dete. Die Quelle des Dorfbachs sicherte die für diese Art Industrie nötige Wasserzufuhr. Doch die Nutzung des Dorfbachs durch die Färberei entzweite die Doribewohner Hards in die Partei >Hell<, die sich gegen eine solche wehrte, und >Trüb<, die vor allem die positiven gewerblichen Aspekte sah. Der erste ökologische Konflikt Vorarl¬bergs führte 1880 zur Einstellung des Betriebs. Eine Folge: entlasse¬ne Fabrikarbeiter, »welche nun in die Lage gesetzt werden, ihre Fa¬milien nicht mehr ernähren zu können, was eine Personenzahl von zirka 500 betrifft«. Heute erinnert hier ein Museum an dieses Kapitel Harder Geschichte.
Das seit dem 12. Jahrhundert zum See hin sich verlagernde Dorf hat sein Zentrum dort, wo Land- und Hofsteigstraße ineinander übergehen. Hier hat sich die wohlhabende Gemeinde an der seitlich abzweigenden Marktstraßc 1996 ein neues Rathaus geleistet, schiff¬sähnlich über spitzovalem Grundriß. Seine Qualitäten entfaltet das von den Architekten Albin Arzberger, Thomas Klas und Christian Lasser entworfene Gebäude vor allem im Innern. Hier ist die Kon¬struktion aus Glas und Metall transparent und klar, die Kombinati¬on mit warmem Holz überzeugend. Außen ist mit dem Zickzack und Grün der Wandverkleidung des Guten etwas zuviel getan, ln der Nähe liegen dicht beieinander die schönsten Häuser im Ort, unter anderen der um 1700 erbaute heutige Gasthof Krone mit seinem rei¬chen Zierfachwerk, seinem Rundbogenportal und zweiarmiger Freitreppe. Ein Stück weiter liegt an der Landstraße Nr. 4 ein 1936 im Typ des historischen Rheintalhauses mit >unhistorischem< Tür¬mchen errichtetes Wohnhaus. Sodann folgt als Nr. 8 ein teilweise aus dem 17. Jahrhundert stammendes Rheintalhaus, ein echter Blockbau mit vertäfelten Wänden, profilierten Gesimsen und einer schönen barocken Haustür. Weitere, meist schlichte Rhcintalhäuser, aber auch stattlichere Wohnbauten im Heimatstil schließen sich im weite¬ren Verlauf der Landstraße an.
Beim neuen Bootshafen liegt die Pfarrkiche St. Sebastian, Nach¬folgerin einer Kapelle, die Gräfin Elisabeth von Hochberg, geborene Montfort 1430 aus Dankbarkeit für die Errettung aus Seenot gestiftet haben soll. Davon erzählt die 1852 datierte Kopie eines älteren Bil¬des, heute an der linken Mittelschiffswand. Von einem barocken Neubau (1684) sind nur der eingezogene Chor und ein Teil des Turms erhalten, das ncuromanische Schiff erbaute Leopold von Cla- vicini 1862-76. Die außen zeitüblich mit Rundbogenfriesen, Rund¬bogenfenstern und Wandlisenen gegliederte Kirche besitzt einen dreischiffigen Innenraum von großer Harmonie und Klarheit. Sand¬steinsäulen mit Akanthus- und Kreuzblumenkapitellen stützen Bo¬genarkaden, starke rundbogige Rippen rahmen den (1980 vermau¬erten) Chorbogen – hier hängt ein schönes Kruzifix von 1700 run¬de Apsiden begrenzen die Seitenschiffe. Über den 1980 von Hans Purin von historischem Ballast befreiten Raum spannen sich schein¬bar schwerelose Kreuzgratgewölbe.

Für mehr Infos: Halong Bucht

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