Ein Abstecher nach Dornbirn und Hohenems

Dornbirn ist die größte Rheintalgemeinde, die größte und zugleich jüngste Stadt Vorarlbergs (seit 1901), Messeplatz und Sitz von Rund¬funk und Fernsehen. In einem solchen Ort ist es sinnvoll, sich auf Naheliegendes zu beschränken, und das ist der engere Bereich um den Markt, der sich etwas zurückversetzt von der Durchgangsstraße als Fußgängerzone in sechs Straßen verzweigt. Im Mittelpunkt liegt das Wahrzeichen Dornbirns, das Rote Haus (1634), ein besonders schönes Rheintalhaus mit gemauertem Untergeschoß, darüber och- senblutfarben die Geschosse in Blockbauweise mit Rankenmalerei an den Fensterbrüstungen. Neben diesem >dörflichen< Schmuck¬stück steht die Pfarrkirche St. Martin, die größte klassizistische Kir¬che Vorarlbergs, 1840 von Martin von Kink (1800-77) errichtet nach dem Vorbild Schinkels. Sie wendet dem Platz einen strengen Säu-lenportikus zu, der im Dreiecksgiebel in leuchtendem Mosaik den Einzug Jesu in Jerusalem zeigt und an der zurückliegenden Ein-gangswand ein riesiges Wandbild mit dem Jüngsten Gericht – beides stammt von Josef Huber (1923/24). Im weiten, von einer Flachtonne überwölbten Innenraum sind die Bankreihen wie in einem Am¬phitheater dem modernen Volksaltar Herbert Albrechts (1969) zuge¬neigt. Der Tabernakelaufbau im Chor (1875) ist dem Sakramentsal¬tar in St. Peter in Rom nachempfunden. Eindrucksvoll fügt sich zur Pfarrkirche das 1880 im Palladio-Stil errichtete Pfarrhaus.

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In der Marktstraße wechseln sich klassizistische Villen und solche im Heimatstil mit Neubauten ab. In Nr. 33 befindet sich die Vorarl¬berger Naturschau, in der man sich über die Tier- und Pflanzenwelt des Landes informieren kann. Das Landeshauptmann-Rhomberg- Haus, 1798 von Marx Alois Luger erbaut und um 1900 mit Jugend¬stilornamentik >aufgeputzt<, ist das prächtigste Dornbirner Patrizier¬haus, das heute der Kultur gewidmet ist. Die gegenüberliegende Ka¬puzinerkirche hat ebendieser Landeshauptmann Rhomberg, zu¬gleich Textilfabrikant, als Dank für die Genesung seiner Frau 1894 gestiftet. Die neuromanische Kirche, deren Raum durch neue blaue Fenster in etwas geisterhaftes Licht getaucht ist, enthält im Chor ein Ölbild, das gut zur Stiftung eines Textilarbeitgebers paßt: es zeigt den Schutzpatron der Arbeiter, den heiligen Joseph, wie er einen ster¬benden Arbeiter auf die Autoritäten Papst und Kaiser verweist. Es ist ein Dokument des Zeitgeistes einer Epoche des aufstrebenden >see- lenverderbenden Sozialismus^
Eine >Vier-Sterne-Adresse< mitten im Zentrum (Mozartstraße), zu¬gleich ein aufregendes Stück zeitgenössischer Architektur, ist das Hotel am Martinspark, erbaut 1994-96 von den Architekten Baum¬schlager und Eberle. Dem einfachen horizontal gegliederten Funkti¬onsbereich ist über dem Eingang wie eine Großplastik der schwe¬bende Fischbauch< des Restaurants mit einer kupferverkleideten Haut angeschoben.
Zwei Ziele des industriellen Dornbirn seien lebhaft empfohlen. Das Industrie-Ensemble Gütle ist eine geradezu klassische Fabrikland¬schaft des 19. Jahrhunderts im engen Tal der Dornbirner Ach mit Stau¬wehr, Kleinkraftwerk, Spinnereigebäude (1864) und Arbeiterwohn¬haus (1870). Als 1868 eine neue Antriebsart mittels Hochdruck-Was- scrkraftanlage gefunden wurde, demonstrierte man die Innovation mit einer 60 m hohen Fontäne, die damals der höchste Springbrunnen Eu¬ropas war. In vornehmer Distanz, ein paar Ecken weiter, liegt die re¬präsentative Fabrikantenvilla Hämmerle (1892, Dr.-Waibel-Str. 14). An der Straße Richtung Hohenems kann man auf dem Gelände der Firma Fussenegger den letzten erhaltenen Trockenturm Vorarlbergs einer ehemaligen Bleicherei (1894) sehen, unter dessen Dachvor¬sprung einst lange Stoffbahnen zum Trocknen hingen.
Zwischen Dornbirn und Hohenems rücken Felswände immer näher an die Straße heran, und in deren Schutz und Schatten liegen Schloß und Kirche. Hohenems ist eine echte Residenzstadt, die einzi¬ge in Vorarlberg. Burgen und Schloß sind ihre Wahrzeichen. Burg Alt- Ems aus dem 12. Jahrhundert, auf einem Felscnrücken über dem hier nur zwei Kilometer breiten Rheintal gelegen, gilt mit ihren 600m Län¬ge als längste Burgruine fast des gesamten deutschen Burgengebiets. Die aus dem 14. Jahrhundert stammende Burg Glopper (Neu-Ems) zeigt heute noch das wehrhafte Gesicht der Zeit nach einem Wieder¬aufbau 1430. Sie wird zur Sommerzeit gelegentlich von der Familie des Grafen Waldburg-Zeil-Syrgenstein, Rechtsnachfolgern der Grafen von Hohenems, bewohnt, denen auch das Schloß im Tal gehört.

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